Streaming Media – Wie geht das?
Streaming Audio Radio
Autor: Stefan »Lookid« Schmidt
Warum ist ein Livestream eine feine Sache ? Ganz einfach, du kannst die Inhalte und die Qualität selbst bestimmen. Im Optimalfall bist du 24h online und weltweit empfangbar. Das ist natürlich vor allem bei Randgruppenbeschallung interessant, wo es weltweit rein interessenmäßig vielleicht überhaupt nur wenige Tausend potentielle Zuhörer gibt. Davon abzuziehen sind dann noch die Leute bei denen die technischen Vorraussetzungen nur schlecht sind, sprich die keinen Internetzugang mit Flatrate besitzen.
Was die Bandbreite anbegeht ist DSL zwar sehr empfehlenswert, aber auch mit 64kbit/s ist Streaming in erträglicher Qualität möglich. Jedoch gibt es wohl nur noch selten ISDN-Flatrates und ohne Flatrate dürfte kaum irgendwer auf die Idee kommen einen Livestream zu empfangen oder gar selbst einen Livestream zur Verfügung zu stellen.
Mittlerweile kann man Livestreams mit manigfaltigen Technologien realisieren. Eine Möglichkeit wird im folgenden vorgestellt und ist als variable Anleitung zu verstehen mit deren Hilfe die ersten Schritte vereinfacht werden sollen.
1 // Inhalt
Du solltest dir klar werden darüber welche Inhalte dein Livestream versenden soll. In den meisten Fällen wird dies Musik sein, aber auch Hörbücher oder Hörspiele sind natürlich möglich. Sogar Videostreams sind denkbar, gerade in Zeiten in denen DVD als Medium immer beliebter wird. Real Video Streams etwa werden angeboten, sind preislich jedoch mit 10€-15€ pro Zuhörerkanal pro Monat zur Zeit noch nicht attraktiv für den durchschnittlichen Media-Nerd. Wenn du Musik streamen willst, dann solltest du schon mindestens 10-20GB MP3s haben, damit den Zuhörern nicht langweilig wird.
2 // Sendekonzept
Wenn du MP3s streamst, dann mußt du dich entscheiden in welcher Form diese an den Hörer gelangen sollen. Möglich sind Shuffleplay, Playlists, Vorproduzierte Mixes, Traktor DJ-Livesets und vieles mehr. Je nach persönlichem Eifer kann man wie immer beliebig viel Energie und Zeit in die Sache investieren, um sie beliebig gut zu machen...
...oder man erfüllt halt die Minimalanforderungen.
3 // Eigener Internetzugang
Wenn du einen Livestream versenden möchtest und nebenbei das Internet noch sinnvoll nutzen möchtest brauchst du eine Flatrate und mind. 128kbit/s upload, besser noch 256kbit/s, sprich Arcol DSL 1500 oder ein ähnliches Produkt einer regionalen Firma wie etwa die örtlichen Stadtwerke. Mithilfe des DSL-Anschlußes schickt ihr das Streamingsignal an einen Streamingserver, der über eine Breitbandanbindung verfügt. Netzwerke in Studentenwohnheimen sind dank Horden von hochintelligenten KaZaa-Usern, die ihren Upload nicht beschränkt haben und so teilweise Gigabytes an Upload pro Tag verursacht haben mittlerweile höchst selten noch dafür zu gebrauchen, da die Überwachung und Einschränkung der Nutzung allerorts verständlicherweise zunimmt.
4 // Streamingserver-Provider
Wenn du eine Breitband-Standleitung zuhause hast, dann brauchst du nun noch einen Provider mit einem Streamingserver um dein Signal an deine Zuhörer zu verteilen. Eine Liste der verfügbaren Provider gibts bei der Radiotoolbox. Eine persönliche Empfehlung ist Mediacast1 aus Colorado, USA. Verfügbarkeit, Technik, Service und Preis sind recht attraktiv bei der Firma. Die Bezahlung erfolgt pro gleichzeitigem Empfänger pro Monat. Wenn zehn Leute maximal gleichzeitig zuhören können sollen, dann ist es günstiger als mit zwanzig. Das Übertragungsvolumen wird nicht abgerechnet, der Preis ist eine Flatrate.
5 // Hardware & Software
Eine billige Soundkarte für 20-30€ reicht völlig aus für einen Livestream und hat sicherlich jeder “on board”. Unter Windows wird der Stream üblicherweise mit einer Kombination aus Winamp2 plus einem Streamingplugin realisiert. Als Plugins sind zur Zeit Oddcast und Shoutcast verfügbar. Beide Plugins haben Vor- und Nachteile. Oddcast bzw. der Icecast2-Server beim Provider erlaubt das streamen via Ogg Vorbis und Shoutcast via MP3. Vorteil von Oddcast bzw. Ogg Vorbis ist gute Qualität trotz sehr niedriger Bitrate (<40kbit/s). Nachteil ist, dass weit verbreitete Player wie Winamp3, Windows Media Player und Real Player das Format bisher noch nicht abspielen können. Es gibt allerdings auf jedem Betriebssystem Player die das Format beherrschen:
- Ogg Vorbis für Windows
- Ogg Vorbis für Mac
- Ogg Vorbis für Linux
Vorteil von Shoutcast ist dass der Stream auf jedem streamfähigen MP3-Player abspielbar sein sollte und dass man das Audio-in Signal der Soundkarte als Input für den Livestream benutzen kann, was einem dann wenn man zwei Soundkarten hat natürlich alle Freiheit der Welt bezüglich der Soundquelle läßt.
Als DSL-User braucht man noch ein Tool zur Wiedereinwahl, da der Provider nach 24h üblicherweise die Verbindung kappt und man sich ständig manuell neu einwählen müßte. Als recht zuverlässig hat sich hier ciDial erwiesen.
Ich denke dass ich die wichtigsten Aspekte exemplarisch beleuchtet habe und hoffe, dass ich Motivation für eigene Projekte geschaffen habe. Viel Spaß und Erfolg von meiner Seite aus und berichtet uns doch, wenn ihr einen eigenen Stream auf Sendung schickt.